LÜDENSCHEID ▪ Sport, Volkstänze und orientalische Musik – rund 800 Aleviten aus ganz Westdeutschland tummelten sich am Samstag im Nattenberg-Stadion. Kein Zweifel: So sieht pure Lebensfreude aus.
Anlass für die Zusammenkunft war das jährliche Fußballturnier des Landesverbandes NRW der Alevitischen Gemeinde Deutschlands (AABF). Ausgerechnet im Jahr der Fußball-WM hatten die Lüdenscheider Aleviten Losglück und durften den Landes-Wettbewerb ausrichten. „Das freut uns besonders“, so Tan Göbenli von der Alevitischen Gemeinde.
Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Dieter Dzewas entfaltete sich im Stadion ein facettenreiches Spektakel. Im Zentrum des Interesses standen dabei die Fußballspiele. 29 Teams aus Nordrhein-Westfalen gingen auf Torejagd. Unterdessen bewiesen die alevitischen Frauen bei einem Volleyball-Turnier ihr sportliches Geschick. Dazwischen immer wieder: Ganze Familienverbände, die das Treiben auf den Sportfeldern begeistert verfolgten. Überhaupt war es eine auffällige Harmonie, die das Bild an diesem Tag prägte.
Zur Erinnerung: Die Aleviten, so könnte man verkürzt sagen, repräsentieren einen undogmatischen, freiheitlichen Islam. Demokratie, religiöse Toleranz und die Gleichberechtigung von Mann und Frau gelten als wesentlich Elemente der alevitischen Kultur.
Bis zum Abend zog sich das illustre Geschehen am Samstag hin. Hier die Sieger- Mannschaften des Tages: Das Fußballturnier gewann die Mannschaft aus Gelsenkirchen vor den Teams aus Wuppertal und Finnentrop. Die Lüdenscheider Aleviten sicherten sich Rang
vier. In die Bergstadt ging auch der von Bürgermeister Dzewas gesondert gestiftete Fairness-Pokal. Beim Volleyturnier hatten die alevitischen Frauen aus Lüdenscheid die Nase vorn. Auf die Plätze kamen die Mannschaften aus Gladbeck und Recklinghausen. ▪ dt